Zukunftsträger 2016

90 Lernende als Bäcker-Konditoren und Konditoren-Confiseure hat Urs
Köppel bislang ausgebildet. Sein Lernender Lukas Keller hat ihn für den
Preis des Zukunftsträgers angemeldet. «Der Preis ist für mich eine beson-
dere Wertschätzung. Einerseits weil mich mit Lukas Keller ein gestandener
Berufsmann und gelernter Koch anmeldete und andererseits weil die
Ausbildung meine Herzensangelegenheit ist», freut sich der Lehrmeister
des Jahres, Urs Köppel.

Wie wichtig Köppel die Berufsbildung ist, zeigt sich verschiedenenorts.
Wäre er Präsident der Schweiz, würde er die Berufslehre für alle obliga-
torisch erklären: «Jeder soll zuerst einen Beruf lernen, damit jeder spürt,
wie sich Schwielen an den Händen anfühlen und damit jeder weiss, woher
der Franken kommt.» Selber engagiert sich der Inhaber der Romanshorner
Confiserie Köppel in überbetrieblichen Kursen oder nimmt Qualifikations –
verfahren ab. «Alle Berufsleute sollen nach seinen Möglichkeit Lernende
ausbilden», empfindet Köppel die Berufsbildung als Pflicht am Berufsstand.

Seinen Erfolg in der Ausbildung Lernender führt Köppel auf «Lob und
Tadel» zurück, wie er selbst sagt. Sein Lernender Lukas Keller spricht von
«fördern und fordern». Nur wenn Lernender und Lehrmeister ihr Bestes
in die Arbeit geben, stelle sich Erfolg ein. Köppel verfolgt in seinem Betrieb
einen klaren Ausbildungsplan. Ab der zweiten Arbeitswoche sind die
Lernenden im Produktionsprozess integriert und übernehmen dort Ver-
antwortung. Die Anforderungen steigen mit dem Fortschreiten der Lehre
bis zur Kür, dem Schaustück am Ende der 3-jährigen Ausbildung: «Als
Projekt ist das Schaustück super. Es erfordert Ideen, Planung, pröbeln mit
unterschiedlichen Zutaten, handwerkliches Geschick und den Mut, andere
zu fragen, wenn man selber nicht weiterkommt.»

Urs Köppel selber wäre gerne nochmals jung. «Ich bin 40 Jahre zu früh
auf die Welt gekommen», sagt er lachend. «Heute ist das Wissen so saftig
vorhanden wie nie zuvor. Wissensdurstige haben heutzutage alle Mög-
lichkeiten der Welt.» Bleibt einzig seine Aufforderung an die Lehrer, das
Wissen so erfrischend und attraktiv rüber zu bringen wie ein gelungenes
Dessert.

 

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